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AVV-Tarife: FREIE WÄHLER streben „radikalen Systemwechsel“ an

19.07.2018

Fraktionschef Dr. Mehring: Endlich handeln statt endlos reden

 

In ihrer letzten Sitzung vor der kommunalpolitischen Sommerpause hat sich die Kreistagsfraktion der Freien Wähler nochmals intensiv mit der Tarifstruktur im Augsburger Verkehrsverbund (AVV) befasst. Bereits im letzten Jahr hatte Fraktionschef Dr. Fabian Mehring alle parteifreien Mandatsträger aus den Landkreisen Augsburg, Dillingen, Aichach-Friedberg und der Stadt Augsburg eingeladen, um gemeinsam mit renommierten Experten ein Konzept für eine grundlegende Veränderung der defizitären Tarifstruktur zu erarbeiten.

 

 

 

Heraus kam eine radikale Vereinfachung des derzeitigen Preissystems, wobei die Attraktivitätssteigerung des Angebotes durch neue Linien und billigere Preise mehr Kunden aus dem Individualverkehr in den ÖPNV locken sollte. „Dieser Effekt muss das übergeordnete Ziel des AVV sein, um einerseits die explodierenden Defizite unter Kontrolle zu bekommen und andererseits den drohenden Verkehrskollaps in unserer Heimat zu verhindern“, argumentierte Initiator Dr. Mehring, fand dafür aber nicht die Mehrheit der zuständigen Gremien.

 

Angesichts der Rückmeldungen über die zum Jahreswechsel vollzogene Reform, welche die Freien Wähler für ein „unzureichendes Reförmchen“ halten, sehen sie sich nun in ihren weitergehenden Forderungen bestätigt: „Weil seit Jahren die Nutzer abnehmen während die Kosten steigen, muss schlussendlich das ganze System auf den Kopf gestellt werden“, ist sich Dr. Mehring sicher. Wie das in den Augen der Freien Wähler gelingen kann machen die Parteifreien nun öffentlich.

 

Dabei halten die FW-Politiker nichts von einem „wahlkampfmäßigen Wettbieten um Gratis-Zonen“, das derzeit im Augsburger Stadtgebiet zu beobachten sei. Denn: „Angeblicher Gratis-ÖPNV kostet in Wahrheit keinen Cent weniger. Er wird lediglich aus allgemeinen Steuermitteln bezahlt. Niemand hat etwas davon, wenn die Menschen in Langerringen oder Ellgau aus ihren Steuern die Tickets von Touristen finanzieren, die in Augsburg vom Königs- zum Moritzplatz fahren. Auch der angebliche Nutzen für die Umwelt ist längst durch wissenschaftliche Studien widerlegt“, wird Dr. Mehring deutlich.

 

Wie Ludwig Fröhlich erklärt setzen die Freien Wähler stattdessen auf das in Wien mit Erfolg praktizierte Modell: Für 365 Euro – einen Euro am Tag – sollen alle Bürger ganzjährig jedes Verkehrsmittel im AVV-Gebiet nutzen können. Rentner und Kinder zahlen den halben Preis. „Was in Wien prächtig funktioniert, sollte auch in Augsburg möglich sein“, findet der ehemalige Königsbrunner Rathauschef. Geht es nach dem Landtagsabgeordneten Johann Häusler, sollen Einzeltickets zudem nur noch nach drei Zonen unterscheiden: Stadt, Stadt-Umland und Land. Ferner sollen alle Verkehrsmittel von der Straßenbahn über den Bus bis zum Carsharing-Fahrzeug über ein einziges Ticket-System vertrieben werden. „Wenn dann längst versprochene Infrastrukturmaßnahmen wie die dritten Gleise und die Staudenbahn endlich realisiert werden, können wir ein wirklich attraktives Angebot unterbreiten“, hofft FW-Bezirkschef Dr. Markus Brem.

 

Die Refinanzierung ihres Vorschlags wollen die FW-Kommunalpolitiker über die hierdurch steigenden Nutzerzahlen sicherstellen. Wesentliche Mehrkosten seien aus Sicht von Fraktionsvize Claudia Schuster ohnedies nicht zu erwarten, da der Großteil des AVV-Umsatzes sowieso in einer Zone des Innenstadtgebietes stattfinde: „Wir wollen folglich zusätzliche Ein- und Auspendler vom Land in den ÖPNV locken und damit den drohenden Verkehrskollaps abwenden. Außerdem soll sich der Freistaat zukünftig am Defizit des ÖPNV in der Region beteiligen: „Das ist in München und Nürnberg längst der Fall und muss in Zukunft zwingend auch in der dritten bayerischen Metropolregion so praktiziert werden“, fordert Fraktionsvize Peter Kraus. Sollte danach noch immer ein Loch in der AVV-Kasse klaffen, wären diese Mittel wenigstens in Diensten der Verkehrsentlastung und des Umweltschutzes gut investiert, statt wie bislang in leeren Bussen zu versanden“, resümiert Biberbachs Bürgermeister Wolfgang Jarasch.

 

Vor diesem Hintergrund wollen die Freien Wähler nun dafür kämpfen, die vereinbarte Nachbesserungsfrist der missglückten AVV-Tarifreform, die zum Jahreswechsel endet, für einen fundamentalen Umbruch der Tarifstruktur zu verwenden.

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