UNSERE NEWS

Bei uns FREIEN WÄHLERN ist das ganze Jahr etwas los - nicht nur in Wahlkampfzeiten.

Politischer Aschermittwoch der Freien Wähler Königsbrunn

20.02.2018

Volles Haus und eine Geburtstagsüberraschung bei den FREIEN WÄHLERN

 

Bruder Corvinus liest der Stadtpolitik die Leviten

 

Über einen voll besetzten Saal und zahlreiche prominente Gäste aus der regionalen Politik, durfte sich Königsbrunns FW-Chef Jürgen Haumann beim traditionellen politischen Aschermittwoch seines Stadtverbandes freuen. Neben den FW-Stadträten der Brunnenstadt waren Haumanns Einladung zum alljährlichen Fischessen auch der FW-Landtagsabgeordnete Johann Häusler, FW-Bezirksvize Franziska Hochmair und Kreistagsfraktionschef Fabian Mehring gefolgt, um in launigen Reden auf das politische Geschehen zu blicken. „Traditionen müssen gepflegt werden. Dazu gehört in Bayern auch der politische Schlagabtausch am Aschermittwoch“, befand Haumann. Dem kulinarischen Teil des Abends folgte deshalb eine deftige Abrechnung mit der Politszene. So nahmen die Festredner Johann Häusler, Fabian Mehring und der Königsbrunner Wandermönch Bruder Corvinus alias Jürgen Raab, Fraktionsvorsitzender der FW Königsbrunn, in ihren Ausführung zum aktuellen Politgeschehen kein Blatt vor den Mund.

 

 

 

Häusler bezeichnete in seiner Anfangsrede die zähe Regierungsbildung in Berlin als „Bärendienst an der Demokratie“ und attestierte der Sozialdemokratie einen „Hang zu Wortbruch und Selbstzerstörung“. Kanzlerin Merkel empfahl Häusler dem Land zu dienen, indem sie Platz für neue Köpfe und Ideen macht. Schließlich, so Häusler weiter, würde man bislang kaum bemerken, dass Deutschland seit einem halben Jahr ohne Regierung sei: „Wenn es ohne Regierung nicht anders weitergeht als mit, ist über ihren Gestaltungsanspruch alles gesagt“, findet der mittelstandspolitische Sprecher der FW-Landtagsfraktion und forderte mit Blick auf die Probleme im Rentensystem, bei der Pflege und in der Asylpolitik dazu auf „endlich zu handeln statt endlos zu reden“. Als „Stück aus der Puppenkiste“ bezeichnete Häusler den Versuch der CSU, die von den FREIEN WÄHLER auf den Weg gebrachte Abschaffung der Straßenausbaubeiträge für sich zu reklamieren. Wie zuvor bei den Stromtrassen, den Studiengebühren oder dem neunjährigen Gymnasium hätten die Vertreter der staatstragenden Partei die FW für ihren Vorschlag über Monate bekämpft und sämtliche Anträge der parteifreien einstimmig abgelehnt, um nun vor Ort mit deren Ideen hausieren zu gehen. „Das ist Abschreiben a la Guttenberg. Wer glaubt damit durchzukommen, unterschätzt die Menschen in Bayern“, prophezeite Häusler mit Blick auf die Wahlen im Herbst. Angesichts des nahenden Wechsels im Amt des Ministerpräsidenten warnte Häusler, der sich hierzu bereits in München eine Redeschlacht mit Markus Söder geliefert hat, eindringlich vor einer „Versöderung“ der bayerischen Landschaft. „Es ist nicht erst dann gut, wenn jeder Quadratmeter Boden der Landwirtschaft und Natur entzogen und zubetoniert wurde.

 

 

Auch im Landkreis Augsburg muss nicht jeder Grashalm unter einem Logistikzentrum verschwinden“, mahnte Häusler zur Verantwortung für künftige Generationen. Dabei kritisierte das Mitglied im Verkehrsausschuss auch die Pläne zur Lockerung des Anbindegebotes: „Dadurch werden unsere Dörfer und Innenstädte leerer und an den großen Verkehrsachsen entstehen Monster-Gewerbegebiete, zu denen dann neuer Verkehrs ausbricht“, befürchtet Häusler.

 

 

Dann war Bruder Corvinus alias Jürgen Raab an der Reihe, der in gelungener Reimform der Politik die Leviten las.

 

Zur Bundespolitik frotzelte er:

„Was die als Verhandlungserfolg verkaufen – könnte schon seit Jahren laufen – Nur zu Erinnerung, damit das klar ist –Die Merkel-Groko schon im 8. Jahr ist. Eine Regierung ohne Mehrheit war nicht zu begrüßen – Mutti hätt ja dann was arbeiten müssen. Die Leute könnten sich bei Neuwahlen rächen – Mehrheiten könnten zusammenbrechen – Und für das rechte Lager - Wären Neuwahlen ein echter Schlager. Das vermutliche Ergebnis nahm er sich auch vor: Die nächste Groko, sie soll leben. Alle sind Sieger bis auf die – Mit Füßen getretene Demokratie“.

 

Auch die Landespolitik nahm er aufs Korn :

„Rechts von der CSU ist plötzlich Platz – Für all den rechten Bodensatz – Wobei man aber sagen muss – Nicht jeder dort wählt aus Verdruss. Den Königsbrunnern gab noch auf den Weg: Und dieser Frust ist landesweit – Er macht sich auch bei euch hier breit – 16 Prozent AfD – Das ist ein Fanal und das tut weh.“

 

Die Stadtpolitik bekam natürlich auch ihr Fett ab:

„Bayerns Torwart Oli Kahn – Mahnte einst die Eier an – Doch auch im Königsbrunner Rat – Fragt man sich, wer welche hat? Das nicht alles Gold ist, was glänzt, sieht man an der Straßenbahn: Doch jetzt plötzlich wird vielen klar – Es ist nicht alles wunderbar – Beim Lärmschutz, einige sind direkt betroffen – Sind noch jede Menge Fragen offen. – So rächt sich, wenn man im Überschwang – Verträge nicht gut lesen kann.

Auch die Mehrheiten im Rat waren ein Thema: „Jamaika war ein Kind der Macht – Weiter wurde nicht gedacht – Und nach der schwarzen Philosophie – verliert man ja in Bayern nie.  Zum Schluss gab es Für die Freien Wähler noch richtungweisende Worte: Es gilt, die Bürger zu überzeugen – Die Freien lassen sich nicht beugen – Gewachsen aus der Bürger Mitte – Gehen sie bewusst nur jene Schritte – die sinnvoll sind und weiterbringen – und am Ende auch gelingen. – Bürgernähe ist das Ziel – Und das war immer die Freien Stil“.

 

Den Abschluss an diesem Abend machte Kreistagsfraktionschef Fabian Mehring. Obgleich mit dem Valentinstag in diesem Jahr auch sein Geburtstag auf den Aschermittwoch gefallen war, kam er nach Königsbrunn, um einen angriffslustigen Rundumschlag zu kommunalen und überregionalen politischen Themen vorzunehmen. Die zähe Regierungsbildung in Berlin bezeichnete er als „Demokratie zum Abgewöhnen“ und ging dabei insbesondere mit SPD und Liberalen ins Gericht: „Nachdem die Liberalen kalte Füße bekommen haben, meucheln die Trittbrettfahrer des Schulz-Zugs ihren Lokführer“, spöttelte Mehring.

 

Humorvoll brachte der FW-Bezirksvize auch die aktuelle Situation der CSU auf den Punkt: „Der Ministerpräsident soll Heimatminister werden und der Heimatminister Ministerpräsident. Ob es so kommt entscheiden ausgerechnet die Mitglieder der SPD“, fasste Mehring augenzwinkernd zusammen. Auch die regionale Politikszene wurde vom Aschermittwochsredner gekonnt aufs Korn genommen. So unkte Mehring, die Landtagsparlamentarierin Trautner sei wohl in den „zu großen Fußstapfen ihres Vorgängers verschollen“, weil sie zuletzt ihren Büroleiter als Leserbriefschreiber vorschickte, anstatt sich selbst zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge zu positionieren. Seinem Kollegen Manfred Buhl, der vor Nachbesserungen an der AVV-Tarifreform ein weiteres Fachbüro anhören wollte, diagnostizierte Mehring dagegen „akute Gutachteritis“ und empfahl ihm in Anlehnung an FDP-Chef Lindner künftig „besser nichts zu beantragen, als ständig das Falsche“. Landrat Martin Sailer prophezeite Mehring einen Aufstieg zum „Nebenerwerbs-Bezirkstagspräsidenten“, der die bisherige Arbeit von Amtsinhaber Reichardt künftig „in der Landrats-Mittagspause“ erledigen könnte. Für entsprechende Wahlerfolge werde immerhin schon vorgebaut, so Mehring: „Die einzige Haushaltsstelle mit einer 100%-igen Kostenüberschreitung war letztes Jahr die Öffentlichkeitsarbeit des Landrats und wenn das Landratsamt weiterhin so opulent ausgebaut wird, hat darin bald auch noch die Bezirksverwaltung Platz“, spottete der Vorsitzende der größten Oppositionsfraktion im Kreistag.

 

Langanhaltenden Applaus erntete Mehring, als er sich am Ende seiner Rede zu seinen persönlichen Ambitionen bei der nahenden Landtagswahl erklärte. Im Dezember hatten mehrere Ortsvereine im Landkreis Mehring, der 2013 als 24-jähriger Newcomer überraschend auf den ersten Nachrückerplatz der schwäbischen Freien Wähler vorgewählt wurde, zu einer Kandidatur aufgefordert. Damals hatte sich Mehring Bedenkzeit erbeten und gab nun das Ergebnis seiner Überlegungen bekannt: „Niemand, der von den etablierten Parteien enttäuscht ist, soll Rechtspopulisten wählen müssen, die noch nie ein Rathaus von innen gesehen haben. Die politische Mitte muss vernünftige Alternativen anbieten. Deshalb stehe ich als Kandidat zur Verfügung“, so Mehring.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teile den Beitrag auf Facebook
Please reload

Archiv
Schlagwörter
Folgen Sie uns!